Prolog

 

Als ich nächtlich ging einmal,
Todesstille weit um mich,
rief ich aus voll bittrer Qual,
wer ist trauriger denn ich?
Aus der tiefsten Finsternis
kam mir eine Stimme zu
die sich kaum vernehmen ließ,
ich bin trauriger denn du.

Verlassen hab’ ich Feld und Auen,
Die eine tiefe Nacht bedeckt,
Mit ahnungsvollem, heil’gem Grauen
In uns die bessre Seele weckt.
Entschlafen sind nun wilde Triebe
Mit jedem ungestümen Tun;
Es reget sich die Menschenliebe,
Die Liebe Gottes regt sich nun.

O sähst du, voller Mondenschein,
Zum letzten Mal auf meine Pein,
Den ich so manche Mitternacht
An diesem Pult herangewacht:
Dann über Büchern und Papier,
Trübsel’ger Freund, erschienst du mir!
Ach! Könnt’ ich doch auf Bergeshöhn
In deinem lieben Lichte gehen

 

16.1.10 11:33, kommentieren

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Stille zieht Gedanken an. Denken ist...

...ein beständig auf seine Widerspruchslosigkeit geprüftes stilles Sprechen

 

 

 

1 Kommentar 17.1.10 01:57, kommentieren

Ansehen und Lebensstandard

Finanzielle Grundlagen, Beziehungen zu maßgebenden Kreisen und mögliche höhere Ausbildung bestimmen den Lebensstandart und das mögliche allgemeine weltliche Wohlergehen.

Je nach Grad von bevorzugenden Einflüssen wird es ihm möglich einen Stand von angemessen gesellschaftlichem Ansehen und Lebensstandard zu erlangen.

 In Ermangelung von grundlegend weltlichen Vorteilen, wird für jeden betroffenen Mitbürger das Leben viel schwerer. Stehen bei seinem Eintritt (Geburt) in dieses weltliche Dasein noch sich negativ auswirkende Einflüsse aus Elternhaus und Gesellschaft an, kann sich sein Leben nur sehr mühsam in einer sozial und menschlich beziehungsfreundlichen Art entwickeln oder geschweige an eine Selbstverwirklichung denken. Seine Entfaltungschancen sind durch viele gesellschaftliche Zwänge sehr stark eingeschränkt.

Es ist auch schwer zu verstehen, dass in dem vom sogenannten Christentum geprägten, abendländisch, menschlichen Lebensraum, derart  vordergründig materialistisches und eigennütziges Denken und Handeln überwiegen, und echte, edle Moral mit gegenseitiger Hilfsbereitschaft, Treue, Verlässlichkeit, Verbindlichkeit und gegenseitige Verantwortlichkeit oft so kümmerlich oder teilweise gar nicht vorhanden sind.

Wieso soll ein Politiker, ein Manager  oder sonst sehr gut gestellter Mensch in unserer Gesellschaft so viel wertvoller sein? Der wahre Wert eines Menschen würde sich doch erst zu erkennen geben, wenn man mit ihnen auf einer einsamen Insel überleben müsste.

Die meisten von ihnen würden doch nach einer Woche nur überlebt haben, weil man nach einer Woche noch nicht verhungert ist und die meisten von ihnen wären mehr eine Last als eine Hilfe für die Gemeinschaft.

"Achtung" muss man vor ihnen nicht haben, denn sie leben ihre so „grandiosen“ Selbstverwirklichung und ihr Glück nur auf Kosten unsere unerfüllbaren Träume.

 


15.2.10 22:42, kommentieren

Ballade der Erweckung

Einst lag ich unter dem Grase so kühl
Nicht stört´ mich auf ein Laut noch ein Gefühl
Wo mich nicht Strahlen trafen
Nicht Sonne noch Mond dort wo ich mich hab eingewühlt
Warum lasst ihr mich nicht schlafen?

Ich ruhte tief, überdauernd die Zeit
So fern von Hunger, Gefahr und Leid
Und begann mich sicher zu wähnen
So lag ich im herrlichen tröstenden Erdenkleid
Und trocknete mir die Tränen

So geschah´s dass ich das was ich einst war vergaß
Nur das eine von dem ich niemals genas
Lässt sich nicht aus den Träumen entfernen
Und das Sehnen lebt immer noch unter dem kühlen Gras
Zu wandern zwischen den Sternen

Ich fiel aus den Himmeln, dem Nachtlichtermeer
Ja ich fiel so tief und ich fiel so schwer
Und ich stürzte durch die Schwärze
Und ist es auch ewig und ewig und noch länger her
Trag ich doch die Sterne im Herzen

Dort lag ich zerschmettert so nackt und so bloß
So regungslos unter dem grünen Moos
Und es heilten meine Wunden
So lag ich gebettet in deinem zarten Schoß
Auf immer mit dir verbunden

Ich träumte den Himmel im nachtschwarzen Hort
Entrang meinen Lippen niemals ein Wort
Und flehte doch, mir zu verzeihen
Und alles Getier floh den einsamen schrecklichen Ort
Hörte es meine Seele dort schreien

Doch warn´s nicht die Sterne in mondheller Nacht
Die mich zu sich riefen mit all ihrer Macht
Weiß nicht woher sie kamen
So bin ich in eisblauem schneidenden Mondlicht erwacht
Und sie gaben mir einen Namen

Sie wuschen mich, flochten mir Blumen ins Haar
Ich schmeckte den Trank den sie mir brachten dar
Den süßen purpurroten
Sie salbten den Körper mit Öl, den sie aufgebahrt
Mit sich trugen wie einen Toten

Im Rausch ließen sie mich alleine mit ihr
Die niemals je fremde Hand gespürt
Und ich lernte neues Begehren
Danach hab ich sie wie die Sterne nie wieder berührt
Muss mich nach ihr immer verzehren

Sie rissen mich fort, eine Krone zur Zier
Banden sie mir ums Haupt, jagten mich wie ein Tier
Sie hetzten mich endlich zu Tode
Sie schlugen und hackten und alles was blieb von mir
verscharrten sie im Boden

Einst lag ich unter dem Grase so kühl
Nicht stört´ mich auf ein Laut noch ein Gefühl
Wo mich nicht Strahlen trafen
Nicht Sonne noch Mond dort wo ich mich hab eingewühlt
Warum lasst ihr mich nicht schlafen?

ASP


1 Kommentar 16.1.10 10:56, kommentieren