Prolog

 

Als ich nächtlich ging einmal,
Todesstille weit um mich,
rief ich aus voll bittrer Qual,
wer ist trauriger denn ich?
Aus der tiefsten Finsternis
kam mir eine Stimme zu
die sich kaum vernehmen ließ,
ich bin trauriger denn du.

Verlassen hab’ ich Feld und Auen,
Die eine tiefe Nacht bedeckt,
Mit ahnungsvollem, heil’gem Grauen
In uns die bessre Seele weckt.
Entschlafen sind nun wilde Triebe
Mit jedem ungestümen Tun;
Es reget sich die Menschenliebe,
Die Liebe Gottes regt sich nun.

O sähst du, voller Mondenschein,
Zum letzten Mal auf meine Pein,
Den ich so manche Mitternacht
An diesem Pult herangewacht:
Dann über Büchern und Papier,
Trübsel’ger Freund, erschienst du mir!
Ach! Könnt’ ich doch auf Bergeshöhn
In deinem lieben Lichte gehen

 

16.1.10 11:33

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